Die Orgen

Einst hatten sie eine mächtige Dynastie begründet, waren von Kampfstätte zu Kampfstätte gezogen und hatten Angst und Schrecken verbreitet: die Orgen. Das Land erzitterte unter den Hufschlägen der zahllosen Reiter und die Gilden erbebten, wenn sie den Fehdehandschuh erhielten. Viel Blut floss und viel Ruhm hatten sich die edlen Streiter der Orgen erworben.

Dann kam die Zeit der Bedrängnis. Dunkle Schatten legten sich über die mächtige Gilde und Streit hub an unter den einstigen Verbündeten. Die Edelsten der Edlen schlossen sich unter ihrem wortgewaltigen Anführer Hammer zusammen. Der starke Gularius wich nicht von seiner Seite, der tückische Wittwenmacher hielt ihm den Rücken frei. Der gelehrte Astronomy gab kluge Ratschläge und die listige Filzlaus sorgte für Zuversicht. Zusammen mit starken und engen Freunden machten sie sich auf den Weg – und dieser Weg führte sie zunächst ins Gasthaus zur schönen karhi, wo sie die weisen und erfahrenen Herren der Gummiringe, wiewohl schon etwas angegraut, willkommen hießen.

Ein wenig murrend ließen sich die Gesellen zur ersten Rast nieder, manchen schien es zu gefallen, andere drängten zum baldigen Aufbruch. Eine gewisse Spannung lag in der Luft, bis Tarsins Met ein wenig für Heiterkeit und Ablenkung sorgte. Plötzlich fiel der Blick der Gäste auf eine Trophäe an der Wand.

„Wie?“, brummte Gularius. „Werden hier Orks geschlachtet? Unfassbar!“ Man sah, wie seine Adern anschwollen. „Beruhigt Euch, Gevatter“, beschwichtigte ihn der alte Magus, „Orks im Allgemeinen sind durchaus zu ertragen, aber kennt Ihr die ‚Orks der Ninsterfis‘? Dieses ungehobelte Pack leiden wir hier nicht sehr.“ „Ja wenn das so ist!“, beruhigte sich Gularius und den anderen wurde klar, dass man von diesem schönen Rasthaus aus gut auf die Jagd nach finsteren Orks gehen könnte.  Ein Gemurmel unter den edlen Orgen hob an, bis der besonnene Hammer zur Ruhe mahnte: „Freunde! Lasst uns die Gastfreundschaft der schönen karhi genießen und böse Buben jagen – so wollen wir sehen, ob uns das gefällt und wir unseren Ruhm mehren können. Denkt nicht immer schon an morgen“, und an das Buch der Bücher denkend setzte er leise hinzu, „denn jeder Tag hat genug an seiner Sorge.“

So kamen die Orgen zu uns, nicht alle, nein, aber der beste Teil von ihnen, herrliche Kämpfer, anregende Gesprächpartner, lustige Schelme. Werden sie bleiben? Werden sie ihr Schicksal woanders suchen? Ungewiss ist die Zukunft, sicher ist nur die Gegenwart …

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